posted by Marion on Feb 3

Gestern erfuhren wir, dass die Unterschriftenliste auch dem Landratsamt übergeben wurde.

Abends rief mich dann eine der anderen Nachbarinnen an. Da ich nicht da war, sprach sie nur kurz auf den AB.

Heute rief ich sie zurück.

Sie wollte uns natürlich erst einmal informieren, was wir da ausgelöst haben. Ich sagte ihr, dass ich bescheid wüsste und sehr entsetzt über die Art und Weise sei.

Ich hatte den Eindruck, dass ihr durchaus bewusst ist, dass unser Bauvorhaben zulässig ist. Die Nachbarn haben wohl Angst, dass auf den anderen noch freien Grundstücken auch so gebaut wird. Sie selbst kennt die Pläne aber nicht. Sie und auch die Landrätin könnten wohl vermitteln. Das Gespräch war eigentlich ganz vernünftig.

Sie sagte aber auch, dass wir Feinde haben würden, wenn wir das Vorhaben so wie geplant durchziehen…Wir sollten auch an unsere Kinder denken, die wir sicherlich mal haben werden.

Nun ja, ich will keinen Krieg führen, den ich nicht gewinnen kann. Die Drohkulisse ist aber schon ziemlich hoch. Wir werden einen Kompromiss finden, aber uns muss das Haus am Ende auch noch gefallen…

An sich geben wir also einer Erpressung nach.

posted by Marion on Feb 1

Heute rief der Architekt an. Der Bürgermeister habe ihn angerufen. Die Nachbarn (alle!) hätten eine Unterschriftenliste abgegeben…

Ich will dieses sch… Grundstück wieder verkaufen! Ich kann nicht kämpfen. Das schaff ich nicht…

posted by Marion on Jan 28

Gestern rief mich der Architekt an, der zu diesem Zeitpunkt bereits mit dem Bauamt telefoniert hatte. Und das früh um 09:00 Uhr! Problem ist, dass der Bauamtsleiter wohl länger erkrankt ist und nur ein Stellvertreter da ist. Dieser deutete an, dass er sich schon gefragt habe, was wir den Nachbarn getan hätten, dennn diese hätten wohl in den letzten Wochen massiv auf das Bauamt eingwirkt.

Aha.

Problem: Stadt ist sich nicht sicher und schiebt die Verantwortung auf die Rechtsaufsichtsbehörde, sprich, das LRA ab. Im Übrigen waren beide Nachbarn am Montag in der Sitzung als Zuschauer anwesend und haben dort ihre Bedenken vorgebracht.

Unser Architekt machte dann gleich einen Termin mit dem LRA. Mein Mann kam mit. Gott sei Dank war der Termin schon heute! LRA hat keine Bedenken. Sie haben höchstens ein Problem mit einer etwas schwammigen Formulierung im Bebauungsplan. Allerdings sahen sie auch, dass bei anderer Auslegung der Vorschrift ein Haus mit 2 Vollgeschossen auf unserem Grundstück sonst nicht möglich wäre. Und da das laut B-Plan geht, kann das nicht sein. ABER: LRA ist nicht zuständig, solange die Stadt die Sache nicht ins Genehmigungsverfahren verweist. Das ist bisher wohl nicht geschehen. Wir sollen mit dem Bürgermeister sprechen.

Wie gut, dass unser Architekt den Bürgermeister kennt. ;-)

Mit diesem telefonierte er heute auch. Tja, und dann kam folgendes heraus: Unser Bauvorhaben wäre am Montag eigentlich durchgegangen, wenn die Nachbarn nicht moniert hätten. Deswegen will die Stadt sich jetzt absichern. Aber wenn das LRA ihm einen Dreizeiler schreiben würde, dass das Vorhaben zulässig ist, würde es in der nächsten Sitzung durchgewunken werden.

Smile…

Dennoch ist nicht sicher, ob das so einfach geht, da das LRA noch nicht zuständig ist. Na ja, mal sehen. Ich hoffe, es ist unbürokratisch möglich.

Im Übrigen betonten alle, dass sie im Vorfeld noch nie solche massiven Einwände von Nachbarn erlebt hätten. Ich frage mich echt, was die gegen uns haben.

Bleibt zu hoffen, dass jetzt nicht mehr allzu viel passiert. Ich stelle mich trotzdem auf weitere Querelen ein.

Seltsam ist, dass wir als einzige in diesem Baugebiet uns voll an den B-Plan halten (zumindest aus heutiger Sicht) und wir am meisten Ärger haben.

Vielleicht bleiben wir ja von Baumängeln verschont. Dann nehm ich das gern in Kauf. Aber ich fürchte, das ist nur ein Traum.

posted by Marion on Jan 26

Gestern war die entscheidende Stadtratssitzung, in der unser Bauvorhaben zur Sprache kam. Das Protokoll war heute im Internet abrufbar. Wir müssen ins förmliche Genehmigungsverfahren. Seltsam ist, dass im Protokoll steht, dass das Haus zu hoch ist. Also genau das, was die Nachbarn bemängelt haben. Warum aber sah der Typ vom Bauamt das anders?

Seltsam ist auch, dass nicht sofort eine Ablehnung erfolgte, sondern die Stadt die Verantwortung quasi aufs Landratsamt abschiebt. Es steht nämlich auch drin, dass eine einvernehmliche Lösung mit den Nachbarn gefunden werden sollte.

Meine Vermutung: Eigentlich hätte der Stadtrat es durchgewunken, unser Nachbar saß aber mit in der Sitzung (da öffentlich) und plötzlich wusste natürlich niemand mehr, wie Keller definiert wird. Also muss das Landratsamt als Rechtsaufsichtsbehörde Ja oder Nein sagen.

Nun ja, frag mich nur, wer die 1000 € an Mehrkosten bezahlt???

Ich würd mich gar nicht aufregen, wenn ich wüsste, in 10 Jahren ist das nicht mehr wichtig. Aber das ist es!

posted by Marion on Jan 24

Eigentlich sollte ich mal berichten, dass es meiner Schwiegermutter schon wieder ziemlich gut geht! Die Haare wachsen bereits wieder, das Ende der Bestrahlungen ist in Sicht! Jetzt, im Nachhinein muss man wohl sagen, dass es die richtige Entscheidung war, die Chemo durchzuziehen. Auch wenn’s schwer war, das mit anzusehen. Aber wir haben’s irgendwie mit ihr durchgestanden, obwohl es zwischendrin nicht einfach war. Das Ergbenis lässt mich lächeln, denn ich sehe die Zuversicht!

Irgendwie geht es schon immer weiter.

posted by Marion on Jan 20

Trotz der schlechten Nachrichten geht das Leben ja irgendwie weiter und so hatte ich die Ehre, vorgestern zum 90. Geburtstag einer früheren Freundin meiner verstorbenen Oma dabei zu sein.

Ich habe lange keine so gute Party mehr erlebt!

Die alte Dame ist ziemlich vornehm, da sie Witwe eines Fabrikanten ist und früher nur in den besseren Kreisen der Kleinstadt, in der sie lebt, verkehrte. Ich glaube, das tut sie immer noch. Jedenfalls bestand die Gästeliste aus Zahnärzten, Chefärzten, dem Pfarrer, einem Ex-Anwalt, Geschäftsleuten und mir! Abends kam auch noch der Bürgermeister kurz vorbei, mit dessen Sohn ich früher mal…ach, lassen wir das!

Zeitweilig war ich die Jüngste in der Runde, was mir aber nichts ausmachte, da ich mich mit dem Ex-Anwalt super unterhalten habe.

Was mir auffiel war, dass sämtliche Gäste zwar um ihren gesellschaftlichen Status wussten, diesen aber nicht “raushängen” ließen. Sie waren alle soooo herzlich! Das kenne ich von anderen Leuten dieser Kategorie leider anders. Am Abend, als es dann ans Essen ging, sprachen wir kurz darüber, wer wo sitzen sollte, da wir zwei Gästen, die kurz in ihrem Hotel waren, die Plätze nicht streitig machen wollten. Und was sagt die Gastgeberin: “Eine Tischordnung habe ich nun nicht gemacht. Muss ja auch nicht sein, bei so wenigen Gästen, oder?” Diese Frage stellte sie übrigens an mich. Ich fand’s toll!

Sie sagte zwischendrin auch mal, dass sie sich überlegt habe, an diesem Tag Pumps zu tragen. Dann sei ihr aber eingefallen, dass sie sicher viel auf den Beinen sein würde und andere Schuhe deshalb bequemer wären. Ich meine, die Dame ist 90! Sie hat ernsthaft überlegt, Absätze zu tragen! Das ist genial. Leider habe ich vergessen, sie nach ihrem Rezept für ein langes Leben zu fragen, wahrscheinlich gehört dazu ein bißchen Herzlichkeit anderen gegenüber, keine Spur Arroganz, egal, wer oder was man ist und ab und zu ein Schlückchen Marillenlikör ;-) . Ach ja, und im Bad ein paar Accessoires aus den 20ern. Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen…

Ach, ich hätte gern so viel Gelassenheit. Wahrscheinlich hat man diese aber erst im Alter.

posted by Marion on Jan 20

In meinem vorletzten Beitrag schrieb ich von der Möglichkeit, dieses Jahr auf 2 Beerdigungen gehen zu müssen. Da dachte ich nicht daran, dass es bereits jetzt so weit sein würde. Obwohl er “nur” ein Freund meines Bruders war und ich ihn gar nicht so gut kannte, erschüttert mich das sehr.

Er starb einfach viel zu früh!

Zu den anderen Neuigkeiten verfasse ich lieber ein eigenes Posting.

posted by Marion on Jan 9

Zugegeben, ich bin spät dran mit den Neujahrswünschen. Allerdings gab es bisher nichts Aufregendes zu berichten.

Es gibt jedoch News zum Haus:
Die neuesten Nachbarn haben unterschrieben! Sie wollen ein Mansarddach (das ist so eines, das erst ganz steil rauf geht und oben flacher wird oder … ach, wiki hat ne gute Erklärung dazu).

Da dieses aber laut Bebauungsplan nicht zulässig ist, wird es noch spannend, ob das genehmigt wird. Für uns bedeutet das, dass der andere Nachbar dann einen neuen Aufreger finden wird…

Hat doch auch etwas Gutes, oder?

posted by Marion on Dec 31

Gute Vorsätze für’s neue Jahr habe ich diesmal nicht. Ich halte sie sowieso nicht ein. Höchstens 2: meinen Glauben wieder zu finden und eventuell schwanger zu werden (aber letzteres wird eh erst im Spätsommer aktuell).

Ansonsten kann 2010 nur besser werden.

Auch wenn ich bereits jetzt weiß, dass ich sehr wahrscheinlich in diesem Jahr auf 2 Beerdigungen werde gehen müssen. Ich will mich damit aber erst beschäftigen, wenn es soweit ist.

Dann schon mal einen guten Rutsch!

posted by Marion on Dec 15

ES IST ZULÄSSIG!!!!

Unser Architekt hat gleich heute beim Bauamt vorgesprochen und alle kritischen Punkte vorgetragen. Es ist zulässig und innerhalb des B-Plans.

Natürlich werden wir im Zweifel nicht verhindern können, dass unsere Nachbarn klagen. Aber das kostet Geld und zahlt normalerweise keine Rechtsschutzversicherung. Im Klartext: Gerichtskosten, Anwaltskosten (beim Unterliegen auch unsere) und Nerven. Tja, egal, wir selbst werden ja nicht verklagt, da man im Baurecht gegen die Stadt oder den Freistaat Bayern klagen muss (die juristischen Details der Zuständigkeiten haben mich übrigens bereits im Studium genervt und erspare ich den Lesern). So wären wir nur Beteiligte, die sich zwar sicher auch einen Anwalt nehmen, diesen aber ganz sicher nicht in der Höhe bezahlen müssen, wie andere. Das könnte unser entscheidender Vorteil sein.

Es könnte zwar auch sein, dass das Landratsamt dennoch etwas dagegen hat, da es als Bauaufsichtsbehörde auch ein Auge auf die Pläne wirft, aber solange wir uns innerhalb des B-Plans bewegen, kann nicht wirklich viel passieren.

Okay, wir können jetzt so bauen, wie geplant.

Nette Nachbarn werden wir dadurch zwar nicht mehr bekommen, aber ich gebe hier nicht Freunde, Familie und evtl. den Job auf, um dann nicht das Haus bauen zu können, dass ich möchte! Genau aus diesem Grund haben wir uns vor dem Kauf den B-Plan angesehen und nicht erst danach.

Ich werde weiter berichten…