posted by Marion on Aug 17
Es hört nicht auf.
Anfang des Monats erreichte uns ein Brief der Nachbarn, dass es ein Unwetter gab und von unserem Garten Regenwasser sowie Schlamm in deren Garten gelaufen ist. Offenbar war das so schlimm, dass sie schaufeln mussten. Da der Brief der Nachbarn nicht gerade freundlich war, schrieb ich ebenso freundlich zurück. Der Sachverhalt ist nämlich so:
Genau an der Stelle, an der das Wasser ablief, standen bis vor 3 Wochen noch 2 Sträucher. Übrigens auf unserem Grundstück. Diese Sträucher wurden von den Nachbarn ausgegraben. Davon abgesehen, dass dies Diebstahl ist (da Pflanzen immer im Eigentum desjenigen stehen, auf dessen Grundstück sie gepflanzt sind), dürfte hier die Ursache des “Wasserfalls” liegen. Nirgends sonst war die Erde so aufgelockert wie dort. Unsere Terrasse, die laut Nachbarn angeblich schuld ist, weil sie zu hoch liegt, war staubtrocken. So viel dazu.
Ich habe nun geschrieben, dass ich die Ursache in den ausgegrabenen Sträuchern sehe und unser Haus dem genehmigten Plan entspricht. Die Reaktion der Nachbarn kam prompt. Zuckersüß. So wäre es nicht gemeint gewesen. Es käme ein Sichtschutz hin, die Pflanzen wären kaputt gewesen. Aha. Mal sehen. Angeblich grüßt die Nachbarin nun wieder.
Dann teilte uns der Architekt mal eben so mit, dass das Haus 60.000 € teurer wird als kalkuliert.
O K A Y . . .
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. . . wohin kann ich auswandern? Und wo sind Häuser billiger?
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Das ist eine Summe, die man nicht mal eben nachfinanziert. Also haben wir gesucht. Die Angebote durchgesehen, Dinge gefunden, die doppelt drin waren. Sachen, die es nicht braucht. Vieles haben wir verschoben. Der Architekt hat nun die Aufgabe, nochmal 30.000 € zu finden. Wir sind bereits bei 44.000 €. Solange die Summe nicht gefunden ist, unterschreiben wir keinen Vertrag mehr. Erst dann hat’s der Architekt kapiert. Mann, solange es um Berechnungen ging, hatte er bisher alles falsch gemacht, was es falsch zu machen gab. Das fing schon mit der Höheneinstellung beim LRA an, als es um die Frage ging, ob wir einen Keller haben oder ein Geschoss und endete mit der falsch gesetzten Küchenwand. Bis jetzt…
Aber wenn ich den Architekten jetzt rauswerfe, dann ist das wahrscheinlich der Super-GAU. Fehlt nur noch, dass die Natursteinwand vom Nachbarn mit Wasser unterspült wird. Der neue, auch gerade bauende Nachbar hat seinen Hang mit Natursteinen gestützt. Bin gespannt, wie viele Jahre es dauert, bis sich unser Haus senkt. Jetzt beschwert er sich, dass er Angst hat, Regenwasser von unserem Grundstück würde seine Mauer unterspülen. Äh…warum in Gottes Namen baut er dann keine Betonwand???
Sind die alle wirklich so doof oder sind’s wir?
Warum ebne ich ein Hanggrundstück ein? Wenn ich das will, warum kaufe ich mir dann ein Hanggrundstück?
Na ja, da dies eigentlich ein juristischer Blog ist, mal wieder was zum Job. Die letzten 2 Wochen war es sehr ruhig in der Kanzlei. Fast schon zu ruhig. Bis heute. Guten Vergleich ausgehandelt und gleich erfahren, welche Kanzlei das BGH-Urteil zu Filesharing-Fällen vom 12.05.2010 erstritten hat. Die Mandantin war so begeistert, dass sie mich künftig wieder in solchen Fällen beauftragen will. Hm? Ich hoffe, die Mandantin wird nicht mehr so schnell mit einer Abmahnung konfrontiert. Das kann auf Dauer nämlich teuer werden.
Neuen Kollegen ausfindig gemacht. Ich fahre so durch den Nachbarort und sehe ein neues Kanzleischild. Wenn das schon lange da wäre, wäre es mir sicher aufgefallen. Also den Kollegen angerufen und ihn gefragt, ob er an einer Zusammenarbeit interessiert ist. Wir treffen uns am Donnerstag!
Okay, ich weiß, das klingt wie bei einem Date. Ist es ja auch. Ein Business-Date sozusagen. Haben immerhin 20 Minuten telefoniert, obwohl wir uns nicht kennen und nie miteinander zu tun hatten. Wie auch? Er ist auch erst seit Mai da. Hätte ich das mal vorher gewusst. Egal, man muss sein Netzwerk erweitern, gerade als Frau. Und das habe ich heute getan. Ich hoffe, es funktioniert.